Probiotische und postbiotische Kosmetik in Lohnfertigung — Wirkstoffe, Rezeptur und Private Label

Mikrobiom-Kosmetik stellt eine technische Grundfrage: Lebende Kulturen überstehen eine wasserhaltige, konservierte Creme kaum. Deshalb arbeiten die meisten Produkte mit postbiotischen Wirkstoffen, also mit inaktivierten Zellen oder Zellbestandteilen probiotischer Kulturen. Lactopia ist Auftragsentwickler und -hersteller (CDMO) für Probiotika und entwickelt seit 2019 eigene Bacillus-Ferment-Lysate für kosmetische Anwendungen. Kosmetikmarken erhalten den Wirkstoff als Rohstoff, die passende Rezeptur oder das fertige Produkt unter eigener Marke.

Probiotisch oder postbiotisch — der Unterschied für die Rezeptur

Probiotisch oder postbiotisch: was in die Creme kommt

Probiotika sind lebende Mikroorganismen. Postbiotika sind Stoffwechsel- oder Zellbestandteile oder inaktivierte Zellen von probiotischen Kulturen. Für die Kosmetik ist der Unterschied keine Begriffsfrage, sondern bestimmt Rezeptur, Konservierung und Haltbarkeit.

Kriterium Probiotisch (lebende Kulturen) Postbiotisch (inaktiviert)
Stabilität in wasserhaltiger Rezeptur gering — Wasser, Wärme und Konservierungsmittel setzen lebenden Zellen zu hoch — inaktivierte Zellen und Zellbestandteile müssen nicht überleben
Konservierung Konflikt: Konservierungsmittel hemmen auch die gewünschten Kulturen kein Zielkonflikt, übliche Konservierung möglich
Mikrobiologische Anforderungen lebende Keimzahl steht in Spannung zu den Grenzwerten für Kosmetik (ISO 17516) als inaktiviertes Material mit den Grenzwerten vereinbar
Typische Produktform wasserfreie Formen, etwa Pulver Cremes, Salben, Lotionen und weitere Emulsionen

Lactopia führt Kosmetik deshalb durchgängig als probiotische und postbiotische Kosmetik: Der Ursprung der Wirkstoffe liegt in probiotischen Kulturen, im Produkt arbeiten in der Regel postbiotische Bestandteile.

Postbiotische Wirkstoffe aus eigener Entwicklung

Postbiotische Wirkstoffe für kosmetische Rezepturen

Grundlage sind Kulturen, die Lactopia in zwei eigenen Laboren auswählt, prüft und zu Wirkstoffen verarbeitet. Zwei Bausteine stehen für Kosmetikprojekte zur Verfügung.

Baustein Was es ist Einsatz
Rezepturentwicklung Auswahl und Dosierung des Wirkstoffs, Abstimmung auf Grundlage, Konservierung und Verpackung für neue Produkte und für die Ergänzung bestehender Rezepturen
Individuelle postbiotische Rohstoffe Postbiotika, kundenspezifisch zusammengestellt — darunter eigene Bacillus-Ferment-Lysate, seit 2019 für kosmetische Anwendungen; durch Wärmebehandlung inaktiviert, 1 × 1011 Zellen/g, gefriergetrocknetes Pulver als Einzelstamm ab 1 kg oder als Blend ab 5 kg; als Rohstoff für Ihre Rezeptur oder integriert in ein verkaufsfertiges Produkt

Verfügbar sind unter anderem Postbiotika aus Akkermansia muciniphila, Bifidobacterium animalis subsp. lactis, Lactobacillus acidophilus, Lacticaseibacillus paracasei, Lacticaseibacillus rhamnosus, Lactiplantibacillus plantarum und Ligilactobacillus salivarius. Die vollständige Rohstoffübersicht steht auf der Seite „Postbiotika und Lysate“.

Lieferformen und Mindestmengen

Vom Wirkstoff bis zur fertigen Creme unter Ihrer Marke

Kosmetikmarken steigen an unterschiedlichen Stellen ein: Manche fertigen selbst und brauchen nur den Wirkstoff, andere wollen ein fertiges Produkt. Die Mindestmenge hängt von der gewählten Lieferform und der Rezeptur ab.

Lieferform Mindestmenge Hinweis
Bacillus-Ferment-Lysat als Rohstoff auf Anfrage Sie arbeiten den Wirkstoff in Ihre eigene Rezeptur ein
Postbiotikum, einzelner Stamm ab 1 kg gefriergetrocknetes Pulver, 1 × 1011 Zellen/g
Postbiotika-Blend ab 5 kg Mischung mehrerer Postbiotika nach Ihrer Vorgabe
Cremes und Salben — White Label ab 2.500 Verpackungseinheiten bestehende Rezeptur von Lactopia unter Ihrer Marke; Abfüllung über zertifizierte Kooperationspartner
Cremes und Salben — Private Label ab 5.000 Verpackungseinheiten individuelle Rezeptur unter Ihrer Marke; Abfüllung über zertifizierte Kooperationspartner
Dentalpulver ab 1.000 Dosen probiotische Mundpflege als Pulver

Bei White Label wählen Sie eine vorhandene Rezeptur und versehen sie mit Ihrer Marke. Bei Private Label entsteht die Rezeptur für Ihr Produkt neu oder wird nach Ihren Vorgaben angepasst. Für beides gilt: Die Lohnfertigung richtet sich ausschließlich an Unternehmen ab Mindestbestellmenge.

Regulatorischer Rahmen und Qualität

Was die EU-Kosmetikverordnung für Ihr Projekt bedeutet

Kosmetische Mittel unterliegen in der EU der Verordnung (EG) Nr. 1223/2009. Sie verlangt für jedes Produkt eine verantwortliche Person in der EU, eine Sicherheitsbewertung, eine Produktinformationsdatei und die Notifizierung im EU-Portal CPNP vor dem Inverkehrbringen.

  • Herstellung nach guter Herstellungspraxis (GMP)
  • Mikrobiologische Grenzwerte für kosmetische Mittel nach ISO 17516
  • Werbeaussagen müssen die gemeinsamen Kriterien der Verordnung (EU) Nr. 655/2013 erfüllen
  • Kennzeichnung der Inhaltsstoffe nach INCI-Nomenklatur

Qualität bei Lactopia

  • ISO 22000 — zertifiziert seit 2022
  • GMP food — zertifiziert durch DQS
  • HACCP — zertifiziert seit 2016
  • Kosmetik-GMP — seit 2020 angewandt
  • Eigene Labore — Mikrobiologie, Photometrie, Feuchte- und Dichtebestimmung

Weitergehende Untersuchungen, etwa auf Schwermetalle oder Pestizide, lässt Lactopia ausschließlich durch externe, zertifizierte Labore durchführen. Die eigenen Messungen werden in regelmäßigen Abständen extern überprüft. Cremes und Salben entstehen bei zertifizierten Kooperationspartnern.

Wer welche Verantwortung trägt

Klare Rollenverteilung im Kosmetik-Projekt

Im Kosmetikrecht trägt der Inverkehrbringer die Verantwortung für das Endprodukt. Damit im Projekt niemand auf Annahmen baut, hier die Aufteilung im Klartext.

  1. Lactopia: Wirkstoff — Herstellung der postbiotischen Wirkstoffe mit Spezifikation, Zellzahl und Chargendokumentation.
  2. Lactopia: Rezeptur — Auswahl und Dosierung des Wirkstoffs, Rezepturentwicklung und Machbarkeitsprüfung in den eigenen Laboren.
  3. Kooperationspartner: Abfüllung — Herstellung und Abfüllung von Cremes und Salben bei zertifizierten Kooperationspartnern.
  4. Sie: Inverkehrbringung — Verantwortliche Person, Sicherheitsbewertung, Produktinformationsdatei, CPNP-Notifizierung, Kennzeichnung und Werbeaussagen liegen bei Ihnen.

Abgrenzung: Die Lohnfertigung richtet sich ausschließlich an Unternehmen ab Mindestbestellmenge.

  • Keine Arzneimittel und keine Medizinprodukte
  • Keine Übernahme der Rolle als verantwortliche Person nach Kosmetikverordnung
  • Keine Beratung zu Werbeaussagen des Endprodukts
  • Keine Mengen unterhalb der genannten Mindestbestellmengen

Ablauf eines Kosmetik-Projekts

In vier Schritten zum eigenen Produkt

  1. Anfrage — Produktidee, Produktart, gewünschte Menge und — falls vorhanden — bestehende Rezeptur oder Spezifikation.
  2. Wirkstoff und Rezeptur — Auswahl des postbiotischen Wirkstoffs, Rezepturentwurf und Prüfung der Verträglichkeit mit Grundlage und Konservierung.
  3. Muster und Freigabe — Abstimmung des Musters, Festlegung von Verpackung und Mindestmenge, Freigabe durch Sie.
  4. Fertigung und Lieferung — Herstellung des Wirkstoffs bei Lactopia, Abfüllung beim zertifizierten Kooperationspartner, Lieferung mit Spezifikation.

Ihre Anfrage

Für eine belastbare Einschätzung genügen vier Angaben: Produktart, gewünschte Lieferform, geplante Menge und — falls vorhanden — die bestehende Rezeptur oder Spezifikation. Hintergrundwissen zu Mikrobiom und Haut finden Sie im Beitrag „Probiotika und Haut“.

Sprechen Sie mit uns über Wirkstoff, Rezeptur und Mengen. Martin Monzel, Lactopia GmbH — info@lactopia.de, Telefon +49 681 983 3150.

Kann Lactopia probiotische und postbiotische Kosmetik herstellen?

Ja. Lactopia entwickelt postbiotische Wirkstoffe und Rezepturen für Kosmetikmarken und liefert sie als Rohstoff oder als verkaufsfertiges Produkt unter Ihrer Marke. Cremes und Salben entstehen über zertifizierte Kooperationspartner, als White Label ab 2.500 und als Private Label ab 5.000 Verpackungseinheiten.

Was ist der Unterschied zwischen probiotischer und postbiotischer Kosmetik?

Probiotika sind lebende Mikroorganismen. Postbiotika sind Stoffwechsel- oder Zellbestandteile oder inaktivierte Zellen von probiotischen Kulturen. In wasserhaltigen, konservierten Cremes sind lebende Kulturen kaum stabil zu halten; deshalb arbeiten die meisten Kosmetikprodukte mit postbiotischen Wirkstoffen.

Welche postbiotischen Wirkstoffe bietet Lactopia für Kosmetik an?

Eigene Bacillus-Ferment-Lysate, seit 2019 für kosmetische Anwendungen verfügbar, sowie weitere Postbiotika, die kundenspezifisch zusammengestellt werden: durch Wärmebehandlung inaktiviert, mit 1 × 10¹¹ Zellen/g als gefriergetrocknetes Pulver, unter anderem aus Akkermansia muciniphila, Lacticaseibacillus rhamnosus und Lactiplantibacillus plantarum.

Welche Mindestmengen gelten für Kosmetik-Projekte?

Postbiotika gibt es als Einzelstamm ab 1 kg und als Blend ab 5 kg. Cremes und Salben sind als White Label ab 2.500 und als Private Label ab 5.000 Verpackungseinheiten möglich, Dentalpulver ab 1.000 Dosen. Die Mindestmenge hängt von der gewählten Lieferform und der Rezeptur ab.

Was ist der Unterschied zwischen White Label und Private Label?

Bei White Label übernehmen Sie eine vorhandene Rezeptur von Lactopia und versehen sie mit Ihrer Marke. Bei Private Label wird die Rezeptur für Ihr Produkt neu entwickelt oder nach Ihren Vorgaben angepasst; die Mindestmenge liegt deshalb höher.

Kann ich den Wirkstoff in meine eigene Rezeptur einarbeiten?

Ja. Bacillus-Ferment-Lysate und die übrigen Postbiotika sind als Rohstoff erhältlich. Sie erhalten dazu die Spezifikation mit Zellzahl und Chargendokumentation.

Nach welcher guten Herstellungspraxis arbeitet Lactopia bei Kosmetik?

Für Kosmetik wendet Lactopia seit 2020 Kosmetik-GMP an. Zertifiziert sind GMP food und ISO 22000:2018 durch die DQS sowie HACCP seit 2016 — diese Zertifikate betreffen die Lebensmittelherstellung. Cremes und Salben werden bei zertifizierten Kooperationspartnern abgefüllt.

Welche Vorgaben gelten für Kosmetik mit postbiotischen Wirkstoffen?

Es gilt die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 mit verantwortlicher Person, Sicherheitsbewertung, Produktinformationsdatei und Notifizierung im CPNP. Für die Herstellung gilt die gute Herstellungspraxis (GMP), für mikrobiologische Grenzwerte ISO 17516, für Werbeaussagen die Verordnung (EU) Nr. 655/2013.

Wer verantwortet Sicherheitsbewertung und Kennzeichnung des Endprodukts?

Die verantwortliche Person nach Kosmetikverordnung, in der Regel die Marke als Inverkehrbringer. Dazu gehören Sicherheitsbewertung, Produktinformationsdatei, CPNP-Notifizierung, Kennzeichnung und Werbeaussagen. Lactopia liefert die Spezifikationen, die Sie dafür benötigen.

Für wen bietet Lactopia die Kosmetik-Lohnfertigung an?

Die Lohnfertigung richtet sich ausschließlich an Unternehmen ab Mindestbestellmenge.