Saccharomyces cerevisiae ist ein einzelliger Pilz – ein Hefepilz. Er gehört zur Gattung der Zuckerhefen / Saccharomyces, zur Familie der Saccharomycetaceae, zur Ordnung der echten Hefen / Saccharomycetales und zur Klasse der Saccharomycetes. Die Vermehrung von Saccharomyces cerevisae geschieht durch die sogenannte Knospung, wobei durch die Zellwand des Hefepilzes ein Protoplast austritt, eine neue Zellwand bildet und somit einen neuen S. cerevisiae – Pilz geschaffen hat.

Saccharomyces cerevisiae hat einen fakultativ anaeroben Stoffwechsel, kann also sowohl durch Zellatmung (bei Sauerstoff-Gegenwart), als auch durch Fermentation Energie erzeugen.

Saccharomyces cerevisiae wird in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, um fermentative Prozesse zu modulieren. In der Bier-Brauerei spielt diese Hefeart eine große Rolle (Lodolo et al, 2008).

Auch in der Weinindustrie wird Saccharomyces cerevisiae genutzt und wirkt sich dort durch eine besondere Terpen-Produktion auch auf die Geschmacksgebung aus.

Im Bereich der Veterinärmedizin hat Saccharomyces cerevisiae eine ebenfalls große Bedeutung. Vor allem zur Gesunderhaltung von Pferden und der Behandlung von Störungen im Verdauungstrakt der Huftiere kann Saccharomyces cerevisiae hervorragend beitragen (Medina et al, 2002).

Faubladier et al, 2013 konnte in den Pferdeäpfeln/Kot der Tiere, nachweisen, dass sich das fäkale Ökosystem durch die Verabreichung von Saccharomyces cerevisiae stabilisieren lässt. Einer durch den Transport der Pferde stressbedingten Dysbiose (negative Verschiebung der Mikrobiom-Zusammensetzung) kann mit Saccharomyces cerevisiae vorgebeugt werden und Durchfälle können damit behandelt werden.

Eine negative Auswirkung der Supplementierung mit S. cerevisiae bei völlig gesunden Pferden konnte nicht festgestellt werden (Mackenthun et al, 2013). Ganz im Gegenteil – in einer anderen Studie zeigte sich, dass durch den gesundheitsförderlichen Hefepilz das Wachstum der Pferde verbessert werden konnte, weil die Stickstoff-Retention durch Saccharomyces cerevisiae gesteigert werden kann (Glade et al, 1986).

Kombinationsprodukte aus Probiotika, Prebiotika und Flohsamen mit S. cerevisiae konnten in einem Versuch von Landes et al, 2008 Symptome reduzieren, die durch die Aufnahme von Sand durch die Pferde verursacht werden. Sogenannten Sandkoliken kann offensichtlich vorgebeugt werden. Bei älteren Pferden wiederum konnte durch den gezielten Einsatz der Hefekulturen eine Verbesserung der Verdauung erzielt werden. Dabei wurden unterschiedliche Futterqualitäten verfüttert und festgestellt, dass die Verträglichkeit von niedriger Futterqualität durch Hefekulturen gesteigert wird (Morgan et al, 2007).

Es wird vermutet, dass durch die gezielte Gabe von Saccharomyces cerevisiae die Menge an pathogenen Keimen im Kot der Tiere im Laufe der Verabreichung reduziert werden kann. Der Effekt auf Huf-Tiere, welche einen großen Teil ihrer Zeit in den eigenen Exkrementen stehen wird derzeit (9/2019) beobachtet. Die Vermutung liegt nahe, dass Huf-Krankheiten wie Huf-/Strahlfäule, Mauke usw durch den Einsatz von Probiotika indirekt und direkt reduziert werden können, wenn die pathogenen Keime auf dem Boden entsprechend dezimiert werden. Studien hierzu gilt es noch durchzuführen.

Lysate des Saccharomyces cerevisiae wurden im Zusammenhang mit der Qualität von Hühnereiern und der Legeleistung der Hennen untersucht. Sowohl die Ei-Qualität, als auch die Legeleistung wurden verbessert (Yalcin et al, 2010).

Bei der Milchproduktion kann die Supplementierung der Milchkühe mit Saccharomyces cerevisiae eine immunmodulierende Wirkung haben, wie Studien gezeigt haben (Dobicki et al, 2006).