Lactobacillus salivarius (Rogosa et al. 1953 emend. Li et al. 2006) ist ein grampositives Milchsäurebakterium, welches schon in der Muttermilch zu finden ist. L. salivarius gehört zur Familie Lactobcillaceae, der Ordnung Lactobacillales, der Klasse Bacilli und Abteilung Firmicutes. Den Luftsauerstoff tolerierend, wächst das stäbchenförmige Lactobacillus salivarius unter anaeroben Bedingungen und produziert neben anderen Stoffwechselprodukten vor allem Milchsäure, um Gegenspieler zu vertreiben.

Die anti-infektiösen Aktivitäten von Lactobacillus salivarius sind auf die Fähigkeit der Bacteriocin-Produktion zurückzuführen, wie im Mausversuch durch Corr et al, 2007 gezeigt werden konnte.

In der Tierzucht kann Lactobacillus salivarius verwendet werden, um Salmonellen – Infektionen zu bekämpfen. Eine diesbezügliche Studie an Hühnern wurde durch Pascual et al, 1999 erfolgreich durchgeführt. Dabei wurde klar, dass eine mehrmalige und regelmäßige Verabreichung von Lactobacillus salivarius notwendig ist, um die entsprechende Wirkung zu erzielen, bzw um eine Präsenz des Milchsäurebakteriums aufrecht zu halten.

Neben den von Lactobacillus salivarius über den Magen-Darm-Trakt induzierten Wirkungen ist das Milchsäurebakterium wegen seiner Relevanz für die Dentalgesundheit in den letzten Jahren in den Fokus der Wissenschaft geraten. Bereits 2008 stellten Shimauchi et al fest, dass die „Zahnhaltefähigkeit“ des zahnumgebenden Gewebes durch den Einsatz von Lactobacillus salivarius verbessert werden kann. Außerdem bekämpft Lactobacillus salivarius durch seine Stoffwechselprodukte aktiv die Ausbreitung des als „Karies-Keim“ bekannten Streptococcus mutans. Auch die Biofilm-Bildung von Streptococcus mutans, bei der sich eine selbstschützende Schicht des Karieskeims ausbreitet, wird durch L. salivarius unterbunden (Wu et al, 2015).

In einer randomisierten Studie aus dem Jahr 2014 wurde ein innovatives Zahnpflegemittel untersucht (Nishihara et al, 2014). Dabei wurde eine L. salivarius haltige Kautablette erfolgreich gegen den Karieskeim Streptococcus mutans zum Einsatz gebracht.