Lactobacillus sakei ist ein sogenanntes fakultativ heterofermentatives Milchsäurebakterium und kann sowohl Alkohole als auch Milchsäure aus Zucker herstellen. L. sakei gehört ebenfalls zu den gesundheitsförderlichen Vertretern der Familie Lactobacillaceae, der Ordnung Milchsäurebakterien / Lactobacillales, Klasse Bacilli und Abteilung Firmicutes. Lactobacillus sakei wächst unter anaeroben Bedingungen und bildet neben Milchsäure wie bereits erwähnt auch Alkohol, um sich gegen feindliche Keime zu verteidigen (Katagiri et al, 1934). Es hat wie andere Milchsäurebakterien meistens Stäbchenform, ist unbeweglich und heftet sich auf Oberflächen an, wo es sich durch Teilung ausbreitet.

Aufgrund seiner starken fermentativen Eigenschaften wird Lactobacillus sakei überwiegend industriell in der Lebensmittelherstellung verwendet. L. sakei kann dort sogar zur Verbesserung der Haltbarkeit von Fleisch eingesetzt werden, weil es verhindert, dass sich Listerien in Fleisch ausbreiten können (Bredholt et al, 2001).

Von getrockneter Wurst wurden Lactobacillus sakei – Stränge isoliert, die als Starter-Kulturen geeignet sind und mit Hilfe verschiedener Enzyme Zersetzungsprozesse modulieren. Darunter waren auch einige, die antibakterielle Eigenschaften gegen Listeria innocua aufweisen.

Diese Anti-Listerien-Wirkung ist in der Lebensmittelindustrie von großer Bedeutung und so wurde durch Katla et al, 2002 nachgewiesen, dass durch die Produktion eines Bacteriocin-ähnlichen Stoffes namens Sakacin P der entsprechende Lactobacillus sakei – Stamm dazu geeignet ist, die Haltbarkeit von Hühner-Aufschnittwurst zu verbessern.

Für die menschliche Gesundheit spielt Lactobacillus sakei offensichtlich in der innovativen Behandlung von Sinusitis eine Rolle (Cope et al, 2015). Dort kann durch die Gegenwart von Lactobacillus sakei eine Besserung der Nasennebenhöhlen-Entzündung erzielt werden. In der Studie von Cope et al wurde nachgewiesen, dass ein Zusammenhang zwischen der Gesundheit der Nasennebenhöhlen-Schleimhaut und seiner Mikrobiom-Vielfalt besteht. Je größer die Diversität – also die Verteilung verschiedener Bakterien – im Mikrobiom der Nasennebenhöhle ist, desto widerstandsfähiger ist sie gegen Sinusitis (Abreu et al, 2012).

Die Anfälligkeit für Erkrankungen an Chronischer Sinusitis stehen in enger Verbindung zur Dysbiose des Mikrobioms der Nase. Wenn eine Dysbiose – also Fehlbesiedlung – der Nasenschleimhaut vorliegt, können sich Entzündungen leichter manifestieren und eventuell auch chronisch werden (Bordin et al, 2016).