Lactobacillus paracasei ist ein Stäbchenbakterium der Familie Lactobacillaceae, Ordnung Milchsäurebakterien / Lactobacillales, Klasse Bacilli und Abteilung Firmicutes (Collins et al 1989). L. paracasei ist kein Sporenbildner,  grampositiv und wächst  unter anaeroben Bedingungen, toleriert aber den Luftsauerstoff. Wie der Name schon vermuten lässt, produziert Lactobacillus paracasei ebenso wie alle anderen Lactobacillii Milchsäure, um sich einen Überlebensvorteil zu verschaffen. Es wird in fermentierten Lebensmitteln wie Milch, Gemüse und Fleisch gefunden, lebt aber auch im Darm des Menschen, wo L. paracasei zur Darmgesundheit beiträgt, indem es zum Beispiel seine antifungalen Eigenschaften entfaltet (Miescher Schwenningen et al, 2005).

Bestimmte Stämme von Lactobacillus paracasei haben eine besonders hohe Temperaturresistenz. Christiansen et al, 2006 konnte Lactobacillus paracasei – Stämme identifizieren, die in der Lage sind, eine Pasteurisierung zu überleben. Darüber hinaus wurde in der Studie hervorgehoben, dass Lactobacillus paracasei gegen Clostridien wirken, welche unter anderem Dickdarmentzündungen und Wundstarrkrampf hervorrufen können.

In einer Studie von Verdú et al, 2006 konnte im Mausversuch gezeigt werden, dass eine viscerlae Hypersensitivität – also eine Überempfindlichkeit des Bauchraums – durch den gezielten Einsatz von Lactobacillus paracasei reduziert werden kann. Ein Zusammenhang zwischen Lactobacillus paracasei und einer verbesserten Darmflora, als auch einer Reduktion entzündlicher Zellaktivitäten konnte festgestellt werden.

Eine weitere Untersuchung in Richtung der Wirkungen von Lactobacillus paracasei auf die Darmgesundheit wurde von Eutamene et al, 2007 durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass die durch Stress induzierte erhöhte Darm-Durchlässigkeit durch Lactobacillus paracasei und seine Stoffwechselprodukte reduziert / normalisiert werden kann. In einem Nebensatz wurde in der Studie davon berichtet, dass die Degranulation von Mastzellen im Darm durch Lactobacillus paracasei ebenfalls reduziert wurde und dieses gesundheitsförderliche Milchsäurebakterium damit hervorragend geeignet ist, um stressbedingten Darmproblemen vorzubeugen und zu behandeln. Für Menschen mit Mastzellen-Überaktivität und der damit verbundenen vermehrten Ausschüttung von Histamin könnte es interessant sein, das eigene Mikrobiom durch die Supplementierung mit Lactobacillus paracasei zu stärken. Eine diesbezügliche Studie steht allerdings noch aus.

Ein weiteres interessantes Einsatzgebiet für Lactobacillus paracasei wurde durch Chuang et al, 2011 untersucht, wobei die Verwendung des Milchsäurebakteriums zur Reduktion Karies erregender Keime im Mundraum  betrachtet wurde. Dabei wurde tatsächlich eine Reduktion der Karies-Erreger festgestellt, wenn Lactobacillus paracasei regelmäßig über einen längeren Zeitraum mit der Mundschleimhaut in Kontakt gebracht wird.

Auch probiotische Milch, welche Lactobacillus paracasei enthält ist in der Lage, die Besiedlung des Mundraums durch den Karieserreger S. mutans zu reduzieren, was in einer randomisierten Doppelblind-Studie durch Ritthagol et al, 2014 belegt wurde.

Viele weitere Studien bestätigen diese Ergebnisse und zeichnen Lactobacillus paracasei als Bakterium aus, welches in der Lage ist, Karies erregende Bakterien zu reduzieren (Tzu-Hsing et al, 2014, Holz et al, 2013, ). Eine Verwendung von Laktobazillen mit S. Mutans – reduzierender Wirkung in modernen Zahnpflegemitteln ist denkbar und wünschenswert.