Lactobacillus helveticus gehört zur Familie Lactobacillaceae, Ordnung Milchsäurebakterien / Lactobacillales, Klasse Bacilli und Abteilung Firmicutes. Es ist ein grampositives Stäbchenbakterium, welches unbeweglich ist und im Mikrobiom für einen niedrigen pH Wert sorgt, indem es Milchsäure produziert.

Die für den Menschen relevanten funktionellen Eigenschaften des Lactobacillus helveticus sind vielfältig und machen es zu einem der ganz besonders interessanten Bestandteile moderner Probiotika und funktioneller Lebensmittel.

Neben der Tatsache, dass L. helveticus durch Mikrobiommodulation pahtogene Keime zu reduzieren hilft, trägt es dazu bei, dass die Nährstoffe besser resorbiert werden. Insbesondere auf die Knochendichte hat es einen besonders positiven Einfluss, indem es die Kalzium-Resorption und den Knochenstoffwechsel verbessert, was Mirkka Narva et al, 2004 deutlich machte. Hier wurde vor allem untersucht, wie durch Lactobacillus helveticus fermentierte Milch wirkt, wobei Kolsoom Parvaneh et al, 2015 in seiner Studie die probiotische Wirkung auf den Mineralstoffgehalt der Knochen und die Knochendichte direkt untersuchte und feststellte, dass Lactobacillus helveticus für die Knochengesundheit große Relevanz hat.

Im Zusammenhang mit dem Nervensystem wurde Lactobacillus helveticus ebenfalls untersucht. Vor allem in Kombination mit Bifidobacterium longum zeigte sich hier, wie weit die Wirkung moderner probiotischer Synergiekomplexe gehen kann. Sowohl Messaoudi et al, 2011 als auch Afifa Ait-Belgnaoui et al, 2017 zeigen in Ihren Studien, dass die synergetische Kombination aus Lactobacillus helveticus mit Bifidobacterium longum stressinduzierte Symptome (stoffwechselbezogen ursächlich) reduziert.

Zitat zur Belgnaoui-Studie: Die Kombination von L. helveticus und B. longum reguliert die negative Rückkopplung von Glukokortikoiden auf der HPA-Achse wirksamer als Probiotika allein und behandelt anschließend stressinduzierte viszerale Schmerzen.(J Neurogastroenterol Motil 2018; 24: 138-146).

Zitat zur Messaoudi-Studie: Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Rolle der intestinalen Mikrobiota bei stressbedingten Belastungen. Die Einnahme der beiden Stämme Lactobacillus helveticus R0052 und Bifidobacterium longum R0175 über einen Zeitraum von 30 Tagen kann stressbedingte und psychische Belastungen positiv beeinflussen, insbesondere die Symptome

Somatisierung, Depressionen und Aggressivität. Zudem kam es zu einem positiven Einfluss auf den Cortisol-Spiegel. Dieser konnte signifikant um 13,5% gesenkt werden. Das Stresshormon Cortisol wird insbesondere bei langanhaltendem oder chronischem Stress kontinuierlich ausgeschüttet, was u. a. zu einer Reduzierung der Immunfunktion führt sowie das Risiko chronischer Erkrankungen wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann (Br J Nutr. 2011; 105(5):755-64).

Außerdem wirkt Lactobacillus Helveticus (und dessen Fermentationsprodukte) auch positiv auf das Immunsystem, den Blutdruck, die Schlafqualität und aktiviert durch das Fermentationsprodukt Calcineurin die Abwehrkraft der Darmschleimhaut.