Lactobacillus crispatus ist Mitglied der Familie Lactobacillaceae und gehört zur Ordnung Milchsäurebakterien / Lactobacillales, der Klasse Bacilli und Abteilung Firmicutes.

Lactobacillus crispatus ist grampositiv und wächst unter anaeroben Bedingungen sowohl in der Scheide, als auch im Magen-Darm-Trakt (Ojala et al, 2010). Wie alle Bakterien der Familie Lactobacillaceae ist es ein stäbchenförmiger Keim, unbeweglich und stellt Stoffwechselprodukte wie zB Milchsäure her, die sein Überleben erleichtern. Ein weiteres dieser Stoffwechselprodukte ist Wasserstoffperoxid (H2O2), welches von keinem anderen bekannten Bakterium in größerem Maß produziert wird (Antonio et al 2003).

Als probiotischer Keim kann Lactobacillus crispatus vor allem post- und pre-menopausalen Frauen von Nutzen sein, die an Harnwegsinfektionen leiden (Dwyer et al 2013). Eine weitere Studie belegt, dass bei bakterieller Vaginose Frauen von L. crispatus profitieren (Antonio et al 2009).

In einer italienischen Studie von Nardis et al, 2013 konnte gezeigt werden, dass ein intaktes vaginales Mikrobiom ein entscheidender Faktor zur Abwehr von Geschlechtskrankheiten ist. Durch den unkontrollierten Einsatz von Antibiotika kann das Vaginal-Mikrobiom derart geschädigt werden, dass nach der Antibiotika-Gabe eine erhöhte Infektionsgefahr des gesamten Urogenitaltraktes der Frau besteht (Messano 2013 und Nardis et al, 2013). Es liegt nahe, dass nach einer antibiotischen Behandlung und entsprechend veränderter Zusammensetzung des Vaginal-Mikrobioms eine probiotische Versorgung der Vagina von Vorteil ist.

Aagaard et al, 2012 haben nachgewiesen, dass sich die mikrobielle Zusammensetzung des Vaginal-Mikrobioms schwangerer Frauen von denen unterscheidet, die nicht schwanger sind.