Enterococcus faecium ist sehr eng mit dem ebenfalls grampositiven Enterococcus faecalis verwandt.

Aufgrund des fakultativ anaeroben Stoffwechsels ist es in der Lage mit und ohne Sauerstoff zu wachsen. Durch die Produktion von Laktat (aus Zucker) säuert das Milchsäurebakterium sein Umfeld an und reduziert damit Keime, die ein saures Millieu nicht vertragen.

Enterococcus faecium ist auch sehr widerstandsfähig, kann in Temperaturen um 45°C noch gut Stoffwechsel betreiben und übersteht sowohl Magensäure, als auch Gallensäfte sehr gut. Sogar bei über 65°C kann Enterococcus faecium überleben, weswegen es schon 1999 als Testkeim zum Wirksamkeitstest für Desinfektionsmittel vorgeschlagen wurde (Renner et al, 1999)

Oftmals wird Enterococcus faecium zusammen mit anderen Bakterienstämmen eingesetzt, um vor allem bei Durchfallerkrankungen zu einer schnelleren Genesung beizutragen.

In einer Studie von M. Weiss im Rahmen seiner Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde aus dem Jahr 2003 wurde die Wirkung von Enterococcus faecium auf die Gesundheit neonataler Welpen untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass in der Beifutter-Phase der Welpen ein um 6,5% besseres Wachstum der Welpen erreicht werden konnte und die Darmschleimhaut-Immunität offensichtlich verbessert wurde. In den ersten Tagen der Verabreichung von Enterococcus faecium reagierten die Welpen etwas negativ, indem sie etwas lethargischer und weniger saugfreudig waren.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 1999 zeigte, dass Enterococcus faecium in der Lage ist antagonistische Stoffwechselprodukte einzusetzen, um zum Beispiel Salmonellen zu reduzieren. Dabei wiesen Audisio et al, 19999 nach, dass Enterococcus faecium durch die Produktion von Milchsäure und Bacteriocin eine bakteriostatische und bakterizide Wirkung gegen gramnegative Bakterien erzielt.

Die Tatsache, dass Enterococcus faecium in der Bekämpfung von Salmonellen eingesetzt werden kann, macht es zu einem interessanten Probiotikum für den Einsatz in der Tierzucht. Insbesondere Geflügel und die daraus resultierenden Lebensmittel können sehr gut mit E. faecium behandelt werden, um sowohl Wachstum als auch Immunsystem zu optimieren (Samli et al, 2007).

Schon das Mikrobiom von Säuglingen wird mit Enterococcus faecium ausgestattet, denn die Muttermilch enthält dieses Milchsäurebakterium neben einer Vielzahl anderer probiotischer Keime, welche dem Verdauungssystem und Immunsystem des Kleinkindes zugute kommen.